Aachen 2019

Der Präsident des DTV, Siegward Tesch, und seine Kollegen veranstalteten bereits zum zweiten Mal den CIAT Aachen vom 12.-14. Juli 2019. Geladen wurden Fahrer aus Deutschland, der Schweiz, wie Belgien und der Niederlande.

Bei der Präsentation vor dem Rathaus im Kern Aachens  kommentierte Mark Jurd aus England die Equipagen und erweckte die Geschichte zum Leben. Wundervolle Wagen hinter Einspänner, Tandem, Zweispänner und Vierspänner drehten die Geschichte 100 Jahre zurück und ließen das Publikum Stil und Fahrkunst damaliger Zeit erleben. Die Krönung dieses Tages war Veranstalter Siegward Tesch persönlich, der mit seiner atemberaubenden Coach von 1832 in perfekter Präsentation nicht nur den Tag abrundete, sondern ein Bild bat, das man 2019 nicht für möglich hält.


Siegward Tesch mit seiner einzigartigen Mail-Coach in Aachen 2019.
Foto: Anja Sagkob

Kulinarisch perfekt umrahmt wurde der erste gelungene Veranstaltungstag in der Soers gefeiert. Siegward Tesch – Präsident des Deutschen Traditionsfahrer Verband e.V. (DTV) – verkündete in diesem Rahmen die Sieger der Präsentation mit Ann-Kathrin Drumm (GER) bei den Einspännern, Eva Dimmling (GER) bei den Zweispännern, Martin Elders (NDL) bei den Tandem und Paul de Meuter (BEL) bei den Vierspännern. Beurteilt wurden die Gespanne von Andres Furger (FR), Reinhold Trapp (FR) und Colin Henderson sowie Kevin Stillwell (beide GBR).


Ann-Kathrin Drumm vor der Rathaustreppe in Aachen 2019.
Foto: Anja Sagkob

Nach einem schönen Abend in bestem Kreise, einem tollen Konzert und lehrreichen Gesprächen mit Fahrern der ersten Stunde ging es zurück in das Fahrerlager, denn am Sonntag warteten die Streckenfahrt und ein Hindernisparcours auf die Teilnehmer.

Nach 16,3 km im Straßenverkehr am Sonntag ging es durchs Ziel in die Soers, wo etwa 30.000 Zuschauer warteten. Anschließend mussten dort die 21 Gespanne einen anspruchsvollen Hindernisparcours mit Geschicklichkeitsaufgaben meistern. Birte und Jörn Sievers, die Parcoursbauer, vereinten Anspruch, Show und Schnelligkeit mit dem Bezug auf damalige Herausforderungen.

Den Gesamtsieg bei den Einspännern holte sich Brigitte Kump aus der Schweiz mit ihrem Lusitano und einem Phaeton von 1900. Matthias Pfeifer aus Deutschland mit einem Dog Cart konnte sich bei den Zweispännern behaupten. Tandem-Sieger wurde Martin Elders, der ebenfalls die Anspannung eines Skeleton Gigs wählte. In der Königsklasse siegte Paul de Meuter mit einer 120 Jahre alten Roof-Seat-Break.

Nach der feierlichen Ehrung im Fahrstadion des CHIO Aachen wurde noch eine Fahrerin vor die Zuschauer gebeten: Alexandra Keller erhielt einen Ehrenpreis der englischen Richter für die am meisten begeisterte und begeisternde Fahrerin des Turnieres.

Aachen 2019 bremste das „höher, schneller, weiter“ aus und drehte die Zeit zurück. Die Traditionsfahrer in Aachen boten Fahrsport wie er war und hoffentlich immer sein wird!

Ann-Kathrin Drumm /ts

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Schloß Kühlenfels

II. Internationales Traditionsturnier Fränkische Schweiz

Unter der Federführung von Hans-Jörg Wildung wurde ein internationales Traditionsfahrturnier auf höchstem Niveau auf Schloss Kühlenfels in Pottenstein (22. bis 24. September 2017) ausgetragen. Der im zweijährigen Turnus stattfindende Wettbewerb wurde nach den Regeln des DTV (Deutscher Traditionsfahrer Verband) durchgeführt. Bei schönem Herbstwetter stellten sich rund 30 Gespanne mit gutgelaunten Fahrern den Aufgaben. Das Richterteam war zusammengesetzt aus Reinhold Trapp (Frankreich), Kevin Stilwell (England) und Dr. Hans-Jürgen Niemeyer (Deutschland). Neu eingeführt wurde die Benotung der Fahrweise nach Achenbach in den Hindernissen. Diese Beurteilung erfolgte durch Jörn Sievers (Deutschland). Perfekt kommentiert wurden die Equipagen durch den Sprecher Marc Jurd (England). Die gesamte Jury überzeugte durch die fachkundige und faire Bewertung aller Teilnehmer.

Wieder mal war die Veranstaltung exzellent organisiert. Im Stallzelt wirkten gute Geister, welche sich um die Pferde und ihre Boxen kümmerten. Die Teilnehmer wurden am Samstag mit Kaffee und Kuchen am Stallzelt versorgt, um nur einige Dinge zu nennen, die den Startern das Leben erleichterten.

Bei der Fahrerbesprechung am Freitagabend wurde jeder Fahrer durch Hans-Jörg Wildung kurz persönlich vorgestellt, was den Gemeinschaftsgeist förderte. Beim ersten Blick auf die Hindernisse konnte der Eindruck entstehen, dass es sich um einfache Aufgaben handelt. Doch bei genauerer Betrachtung erwiesen sich einige als tückisch. So war der Rauch über dem Fahrweg ganz schön kräftig, Das Sektglas musste in Hanglage aufgenommen und wieder abgestellt werden, das Rückwärtsrichten erfolgte in einer Wiese leicht nach oben. Das Halten auf der Strecke war ebenfalls bergauf zu meistern. Trotz dieser kleinen Hürden bewältigten viele Fahrer die Aufgaben souverän.

Am Samstagabend wurden in geselliger Runde bei leckerem Essen die besonders liebevoll gestalteten Preise und Schleifen überreicht. Wie bereits beim ersten Turnier sind sie mit der historischen Abbildung einer Anspannung verziert. Keiner sollte leer ausgehen und so bekam jeder neben der hübschen Stallplakette eine Schleife. Der Pechvogelpreis, dotiert mit dem neu erschienen Buch „Schweizer Kutschen, Rothenburger Wagensammlung“ ging an Hans Lanz, dem in den Geschicklichkeitsaufgaben beim Rückwärtsrichten die Deichsel gebrochen war.

Verdienter Gesamtsieger und Sieger bei den Einspännern wurde Peter Bader aus der Schweiz mit nur 4,9 Fehlerpunkten. Er freute sich sehr und sagte: „So hat mir mein Pferd das schönste Geschenk zu meinem 70. Geburtstag gemacht!“ Sieger bei den Zweispännern wurde Siegward Tesch, der Präsident des DTV, der als normaler Starter angetreten war.

Bei den Vierspännern siegte der Neueinsteiger Andreas Matern, ferner glänzten bei den Sonderanspannungen noch das Einhorn von Andres Furger und das Tandem von Paul De Meuter. Die Firma Mönch stiftete einige Ehrenpreise.

Am Sonntag traf man sich nochmals zu ­einem geselligen Kutschenkorso. Nach einer kleinen Stärkung traten die Teilnehmer glücklich, aber müde ihre Heimreise an./Isolde Eisele

CHIO Aachen begeistert die Zuschauer 14.-16. Juli 2017

Es war in vielerlei Hinsicht eine Premiere, aber auch eine Heimkehr. Zwei- und Vierspänner vor traditionellen Wagen fuhren im Rahmen des CHIO in die Aachener Soers ein und trugen am ersten Wochenenden des weltweit größten Pferdesport-Turniers eine internationale Vielseitigkeitsprüfung bestehend aus Präsentation, Streckenfahrt und Hindernisfahren aus.

Möglich gemacht hat dies der Deutsche Traditionsfahrer Verband (DTV) e.V. in Zusammenarbeit mit dem Aachen Laurensberger Rennverein (ALRV) e.V.. Letzerer – gegründet 1898 – blickt auf eine über hundert jährige Fahrturniergeschichte zurück und holte mit diesem Event ein Stück vergangene Fahrkultur zurück. 18 Gespanne, 10 Zweispänner und 8 Vierspänner hatten genannt, darunter auch Teilnehmer aus der Schweiz, Belgien und den Niederlanden.

Dass die Aachener nach wie vor ein großes Herz für Pferdegespanne haben, zeigte sich bereits am Samstag bei der Präsentation vor den drei Richten Andres Furger, Reinhold Trapp und Collin Hendersen vor dem Rathaus und auf dem Katschhof in der historischen Aachener Altstadt. Gebannt lauschte ein großes Publikum den ebenso kurzweiligen wie informativen Erläuterungen von Mark Jurd, internationaler Traditionsfahrrichter aus England, unterstützt durch CHIO Moderator Volker Raulf. Damit die Gespanne sich ihrem begeisterten Publikum auch im flotten Trab präsentieren konnten, war auf dem Rathausplatz eine große Fläche abgesperrt.

Der „Soerser Sonntag“, traditionell ein gut besuchter Tag für die ganze Familie mit buntem Rahmenprogramm bildete die Kulisse für die zwei weiteren Teilprüfungen. Säumten bei der morgendlichen, 16,3 km langen Streckenfahrt durch die Soers über Laurensberg und zurück vorwiegend Anwohner und Passanten den Weg, so trafen die Fahrer im Fahrsportstadion auf nicht weniger begeisterte Zuschauer, als es auch die internationale Vierspänner-Elite ein Wochenende später gewohnt ist.

Der Hindernisparcours, gebaut von keinem geringeren als Dr. Wolfgang Asendorf, war anspruchsvoll und sorgte durch drei eingebaute Geschicklichkeitsaufgaben für zusätzlichen Nervenkitzel bei Fahrern wie Publikum. Dies unterstrich die durchaus sportliche Note dieses Traditionswettbewerbs, dem auch von den Teilnehmern mit eher sportlichen Wagentypen entsprochen wurde. Nicht zuletzt auch deshalb, weil schwere Wagen mit dem Boden des Turnierplatzes Probleme bekommen würden. „Der Rasen ist doch tiefer als man denkt“, bemerkte DTV-Präsident Siegward Tesch, der außerhalb der Konkurrenz zum Schluss mit seinem Gespann einfuhr und die Richter und Offiziellen zur Siegerrunde mitnahm. 

In der Gesamtwertung gab es eine Überraschungssiegerin. Brigitte Kump aus der Schweiz, die bereits die Präsentation mit 8,88 Punkten vor Tanja Böhlmann mit 9,92 und Riny Rutjens aus den Niederlanden mit 10,33 Punkten gewonnen hatte, blieb auf der Strecke fehlerfrei und fuhr im Hindernisparcours eine Null-Fehlerrunde. Angespannt hatte die sympatische Bereiterin, die erst seit kurzem selbst fährt und von Vierspänenrfahrer Daniel Würgler trainiert wurde, zwei Argentinische Hackneys vor einer Vierrad Dogart von Kaufmann, Basel aus dem Jahr 1880. Zweiter in der Gesamtwertung wurde Peter Lange, dritter Riny Rutjens.

Bei den Vierspännern setzte sich am Ende Heinrich Hermann Hansmeier mit imposanten KWPN-Rappen vor einer vierrädrigen Dogart von Flandreau, New York durch. Er hatte in der Präsentation noch von fünf Gespannen, die innerhalb der Wertung fuhren, den dritten Rang mit 8,75 Punkten belegt, blieb auf der Strecke fehlerfrei und fuhr im Hindernisparcours äußerst vorsichtig (10 Zeitstrafpunkte) aber fehlerfrei, so dass am Ende die Gesamtpunktzahl von 18,8 Strafpunkten den Sieg bedeuteten. Präsentationsieger Paul de Meuter aus Belgien sammelt fünf Fehlerpunkte auf der Strecke und 12 in den Kegeln, so dass er sich schließlich hinter seinen vier Kontrahenten einordnen musste. Hennie J. M. Hagen aus den Niederlanden verteidigte seinen zweiten Rang in der Präsentation auf der Strecke und in den Kegeln (gesamt 19,2 Strafpunkte).

Zum Rahmenprogramm für die Teilnehmer gehörte freitags ein Fahrerabend und samstags ein Abendessen, dem sich die Veranstaltung „Pferd & Sinfonie“ anschloss.

Teilnehmer wie auch die Verantwortlichen des Aachen Laurensberger Rennvereins, allen voran ALRV-Präsident Carl Meulenbergh, zeigten sich am Ende begeistert von der Einbindung der Traditionsfahrer in das Aachener Turnier, die bereits mit einem Concours Elegance im Jahr 2015 ihren Anfang genommen hatte. „Für den DTV ist dies ein sehr großer Erfolg und es besteht bereits die Zusage, dass wir auch in Zukunft in Aachen dieses Turnier durchführen können“, resümiert DTV-Präsident Siegward Tesch. /as.

 

Alle Pressemeldungen des DTV und hochauflösende Fotos zum Download stehen im Pressebereich unter www.dtv-tradition.de/presse.html zur Verfügung.

Fotos bei redaktioneller Verwendung honorarfrei. Fotograf: Thomas Sagkob

 

Ansprechpartner für die Presse

Deutscher Traditionsfahrer Verband e.V.

Anja Sagkob

Tel.: 0151/12118336

E-Mail: a.sagkob@dtv-tradition.de

www.dtv-tradition.de

Schreiben des Aachen-Laurensberger Rennvereins e.V.

Landgestüt Warendorf 16. - 18. Juni 2017

Acht Sieger nach drei Disziplinen.

Die Traditionsfahrszene in Deutschland hat sich in den letzten Jahren deutlich weiterentwickelt. Viele Fahrer haben ihr Wissen und damit auch ihre Wagen und die Ausstattung verfeinert, und so konnten sich die 33 Teilnehmer beim internationalen Traditionsfahren vom 14. bis 16. Juni vor der Kulisse des Landgestüts ­Warendorf gekonnt in Szene setzen. Die gute Infrastruktur, kurze Wege, Boxen in den Gestütsstallungen und nicht zuletzt eine sehr gute Organisation sorgten für einen entspannten Ablauf.

Am Samstag fand die Präsentation vor drei Richtern (Hartmut Huber, Heinrich von Senden, Bernd J. Bekkering (Niederlande)) im Rondell des Landgestüts statt. Von dort aus ging es nach zwei einfachen Fahraufgaben (Sektglas aufnehmen und abstellen und Einhandvolte links) auf die rund 13 Kilometer lange Strecke. Sie verlief mit Rücksicht auf schwere Wagen und Vierspänner auf asphaltierten Wegen und Straßen über den Reit- und Fahrverein Warendorf in die Ems­aue und schließlich zum Stopp mit Suppe und Getränken in der „Alten Herrlichkeit“ nahe Warendorf. Auf der Strecke waren drei weitere Aufgaben zu absolvieren (Teppich, Schiene, Anhalten ohne Bremse). Positiv waren die gemäß DTV-Reglement (Deutscher Traditionsfahrer Verband e.V.) herabgesetzten Zeiten. So war die Gesamtstrecke in einem lockeren Trab mit kurzen Schrittunterbrechungen gut zu schaffen. Nach der Pause führte die Route über das „Pferdeviertel“ in der Warendorfer Altstadt, wo Fahrsporthändler und Traditionsfahr­experte Heinrich-Herrmann Hansmeier dem dortigen Publikum die einzelnen Gespanne vorstellte, zurück zum Landgestüt.

Am Sonntagmorgen standen eine Ausfahrt mit Picknick durch die Münsterländer Parklandschaft nach Sassenberg und das Kegelfahren auf dem Programm.

Nach drei Disziplinen wurden die Sieger in den einzelnen Kategorien gekürt. Und aufgrund der hohen Beteiligung der Zweispänner fuhren diese in zwei Abteilungen. Auf den ersten Plätzen lagen Antje Johanssen (Pony), Berthold Jung (Einspänner), Carsten Ringe (Zweispänner, 1. Abteilung), Hans Biesenbach (Zweispänner, 2. Abteilung), Jörg Boßmeyer (Tandem), Bernd Schnur (Vierspänner). Die Präsentation gewann insgesamt Siegward Tesch, den Stilpreis für das Hindernisfahren Matthias Pfeifer.

Die schönen Fotos vom Turnier in der Bildergalerie hat unter anderen unser Mitglied, Frau Doreen Jansen, zur Verfügung gestellt.